Bildungsarbeit

Im Kampf gegen Menschenhandel ist es wichtig, die Öffentlichkeit allgemein über Medien wie Webseiten im Internet, Newsletter and Medien zu informieren. Aber insbesondere wollen wir Menschen unmittelbar durch unsere Aktivitäten sensibilisieren, damit sie von Menschenhandel Betroffene erkennen, als Opfer wahrnehmen und sich persönlich gegen Menschenhandel engagieren.

Planspiel

Daher liegt ein großer Schwerpunkt unseres Vereins in der Bildungsarbeit: Aufklärung durch Informationen über gesellschaftliche, d.h. global-lokale sozioökonomische Zusammenhänge des Menschenhandels zu vermitteln. Um diese Erkenntnisse „spielerisch“ kennen zu lernen, haben wir ein Planspiel entwickelt, dass wir bei politischen Bildungsträgern und in Bildungseinrichtungen (Schule, Hochschule) , bei NGO’s und in staatlichen Institutionen (Polizei, Zoll) durchführen können.

Konzepts des Planspiels

1.      Hintergrund

Menschenhandel stellt weder ein neues Phänomen noch ein neues Thema auf der interna-tionalen politischen Agenda dar. Debatten rund um das Problem lassen sich bis ins späte 19. Jahrhundert und internationale Abkommen bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen. Dennoch hat sich das Thema erst in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren von einer relativ wenig beachteten Materie auf der Agenda von internationalen staat-lichen Akteuren zu einem politisch hoch im Kurs stehenden aber in der öffentlichen Wahrnehmung kaum beachteten Anliegen entwickelt.

Das zeigen vor allem die neuesten im Rahmen der Europäischen Union (EU) initiierten Maßnahmen. So wurden in den vergangenen zehn Jahren auf EU-Ebene Direktiven, Rahmenbeschlüsse und Programme erlassen, die sich mit dem Thema Menschenhandel direkt oder indirekt befassen.

Ferner wurde mit der Einberufung einer „EU Experts Group on Human Trafficking“ im Jahr 2004 eine Institution geschaffen, die die EU-Kommission durch Stellungnahmen und Berichte aktiv bei der Initiierung und Implementierung von Maßnahmen gegen Menschen-handel beraten soll. Ein EU-weiter Anti-Menschenhandelstag wurde eingeführt, und im Dezember 2010 wurde mit Myria Vassiliadou die erste EU-Koordinatorin gegen Menschen-handel ernannt. Obwohl immer noch die Rhetorik konkrete und bindende Maßnahmen überwiegt, zeigt sich unverkennbar ein Anstieg an Interesse, welches dem Thema von Seite internationaler staatlicher Akteure zukommt.

2.      Allgemeines Ziel

Unser Projekt hat ein klares aufklärerisches Ziel vor Augen, nämlich über die Zusammenhän-ge von Menschenhandel zu informieren und dadurch möglichst viele Menschen zu dem Thema zu sensibilisieren. Uns geht es erstens um die Vermittlung von Wissen anhand von Fakten und Zahlen, aber zweitens denken wir, dass es noch mehr um das Verständnis komplexer global-lokaler Abhängigkeiten und Zusammenhänge geht. Denn Menschenhandel hat viele Dimensionen: z.B. Ursachen wie Armut und Hoffnung auf ein besseres Leben, der Zusammenhang zwischen Menschenschmuggel und -handel, die davon profitierenden kriminellen Strukturen und der mangelnde Schutz der Opfer.

Wenn man genau hinsieht, kann man Menschenhandel überall beobachten, auf der Arbeit, in der Nachbarschaft und im Alltag. Es betrifft Menschen in unterschiedlichen Zwangslagen, z.B.

  • Menschen, die von Arbeitsausbeutung betroffen sind und die z.B. in der Gastronomie, im Reinigungs- und Baugewerbe, in Haushalten unter Zwang tätig sind und oft für ihre Arbeit geringe oder keine Entlohnung erhalten.
  • Sexuell ausgebeutete Frauen, die mit Versprechen auf lukrative Jobs nach Deutschland gelockt wurden und dann zu sexuellen Dienstleistungen gezwungen werden.
  • Per Ehe(versprechung) nach Deutschland geholte Frauen, die im Haushalt als Pflegekräfte ausgebeutet werden.
  • Au-pair-Mädchen, die für Haushaltstätigkeiten ausgebeutet werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wir wollen BürgerInnen zum Thema Menschenhandel informieren und sensibilisieren, die Zusammenhänge aufzeigen, in denen Menschen ausgebeutet werden, und sie damit aktivieren, sich gegen Menschenhandel einzusetzen.

Unser Zielgruppe sind insbesondere junge Erwachsene (OberschülerInnen, Auszubildende und Studierende), aber auch andere Altersgruppen.

3.      Lernziel

Folgende Lernziele verfolgen wir mit unserem Projekt:

  • Vermittlung von Fakten und Zusammenhängen über die Dimensionen des globalen Menschenhandels, denn darüber ist leider viel zu wenig bekannt.
  • Sensibilisierung der Teilnehmenden und Schaffung von Bewusstsein zum Thema Menschenrechtsverletzung.
  • Schaffung von Öffentlichkeit durch das Abschlussplenum, zu dem wir auch Medienvertreter gezielt einladen.
  • Aktivierung zum Engagement.

Ein zentraler Baustein in unserem Methodenmix ist die Vorbereitung und Durchführung eines Planspiels „Kampf gegen Menschenhandel“. Gerade das Planspiel ist pädagogisch sehr geeignet, um aktiv und in Rollenspielen interaktiv verbal zu handeln und damit zu lernen.

Als Akteure des Planspiels werden vier Rollen identifiziert:

  • Opfer des Menschenhandels
  • Menschenhändler
  • Polizei und Justiz
  • SozialarbeiterInnen in Beratungsstellen

 

Das Planspiel wird an einem Tag durchgeführt und am Schluss kritisch von allen Teilnehmenden gemeinsam ausgewertet.

4.      Projektträger

Projektträger ist FIGHT e.V. – Fight Global Human Trafficking, ein als gemeinnützig anerkannter Verein. Wir sind eine unabhängige Nichtregierungsorganisation, die sich gegen Sklaverei und Menschenhandel in all ihren Formen einsetzt. Wir arbeiten auf wissenschaftlicher Grundlage und sind dabei gesellschaftspolitisch engagiert. Unser Fokus liegt auf dem vom Menschenhandel betroffenen Individuum. Dabei werden wir geleitet von den Menschenrechten und den Werten soziale Gerechtigkeit, Freiheit, Humanität und Solidarität.

Seit dem Jahre 2010 engagieren wir uns in der Bildungsarbeit im Kampf gegen Menschenhandel und in der deutschen und europäischen Vernetzung. So haben u.a. wir die 15. und 16. European Summer School Berlin in den Jahren 2010 und 2011 der Alice Salomon Hochschule zum Thema „Human Rights & Human Trafficking in Europe” konzipiert, inhaltlich vorbereitet und umgesetzt.

5.      Interesse an dem Planspiel?

Wenn Sie Interesse haben, das Planspiel „Kampf gegen Menschenhandel< in Ihrer Bildungs-stätte durchzuführen, dann können wir uns in einem Gespräch über Zeitpunkt, Ort und Kosten verständigen.

 

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